Es gibt Geschenke, die werden mit Liebe ausgesucht – und dann gibt es die anderen. Die, die einfach so passieren. Eine Tüte Salat, ein Werbekugelschreiber, ein fast leerer Gutschein – alles schon vorgekommen. Die Welt des Schenkens ist voller Missverständnisse, Improvisationen und kleiner Katastrophen, die man später mit einem Lächeln erzählt. Hier sind zehn Beweise dafür, dass gute Absichten manchmal komische Blüten treiben.

1. Flugmeilen

Früher sammelte man Flugmeilen, um irgendwann selbst davon in die Sonne zu fliegen. Heute verschenkt man sie kurz vor Ablauf – in einem Anflug von Großzügigkeit und schlechtem Gewissen. „Gute Reise!“, sagt man und weiß: Die 2.300 Meilen reichen höchstens bis zum Duty-Free-Shop.

Achtung: Viele Meilen-Geschenke verschwinden, bevor man den Koffer überhaupt aus dem Keller holt.

2. Restguthaben auf Gutscheinen

Ein halber Kaffeegutschein – das ist die moderne Form der Zuneigung. Zwei Euro siebenunddreißig und ein freundliches ‚Denk an mich beim nächsten Schluck‘. Praktisch, ehrlich, ein bisschen traurig – aber immerhin mit Koffein.

3. Werbegeschenke

Es beginnt harmlos: Ein Gratis-Kugelschreiber hier, ein Becher mit Firmenlogo da. Und irgendwann – zack – landet das alles im Geschenkpapier. Die Werbegeschenke-Schublade wird zum Wichtelwunderland. Niemand weiß, woher die Sachen kommen, aber alle wissen: Sie kommen wieder.

Swag weitergeben

Die Messe-Tasse mit der Aufschrift ‚Innovationskongress 2018‘? Ein Klassiker. Schnell abstauben, Schleife drum – fertig ist das Mitbringsel. Im Büro sorgt sie für Gesprächsstoff. Meist über den Schenker.

Interessante Tatsache: 12 % der Menschen geben zu, Werbegeschenke weiterzuverschenken. Die anderen 88 % nennen es einfach ‚Nachhaltigkeit‘.

4. Notfall-Schokolade

Schokolade ist wie Trostpflaster – man kauft sie für schlechte Tage. Doch wenn plötzlich Besuch kommt, wird aus der Notfallration ein Geschenk. Sie steht dann da, hübsch verpackt, und keiner ahnt, dass sie eigentlich einem Nervenzusammenbruch vorbehalten war.

5. Salattüten

Eine WG verschenkte einmal fast abgelaufenen Salat. Mit Karte: ‚Bleib gesund!‘ Es war der wohl ehrlichste Gesundheitswunsch aller Zeiten. Romantikfaktor: null. Vitaminwert: beachtlich.

6. Hotel-Kosmetik

Mini-Seifen, Shampoo-Fläschchen, Duschhauben – Relikte aus vergangenen Reisen. Zu Hause werden sie feierlich als ‚Wellness-Set‘ verpackt. Wer’s bekommt, riecht danach ein bisschen nach Hotelflur, aber immerhin gepflegt.

Das kleinste Luxus-Set der Welt – perfekt für Menschen mit Sinn für Humor und wenig Platz im Badezimmer.

7. Haustier-Steine

Die 70er waren eine seltsame Zeit: Jemand kam auf die Idee, Steine zu verkaufen – als Haustiere. Ohne Futter, ohne Stress, ohne Zweck. Und weil die Menschheit Humor hat, tauchen sie heute immer noch bei Wichtelrunden auf. Ein Fels in der Brandung des Unsinns.

Sie sind zurück!

Jetzt mit Kulleraugen, Namen wie ‚Rocky Balboa‘ und sogar kleiner Anleitung. Das ist der Punkt, an dem Satire und Realität freundlich nicken und sich die Hand reichen.

8. Einzelne Socken

Eine Socke hat überlebt, die andere nicht? Kein Problem – schnell verpacken, Zettel dazu: ‚Die zweite kommt nächstes Jahr!‘ Das ist Humor mit Ansage. Und ein bisschen Tragödie in Baumwolle.

Wussten Sie? In manchen Ländern bedeutet eine geschenkte Socke, dass man noch etwas schuldig ist. Ein Symbol also – für Hoffnung, Unvollständigkeit und Waschgänge voller Rätsel.

9. Gutschein-Zettel

‚Dieser Gutschein gilt für eine Umarmung‘ oder ‚ein Abendessen – irgendwann‘. So klingt Liebe in Zeiten leerer Geldbörsen. Die Kunst besteht darin, sich später daran zu erinnern. Die meisten Gutscheine dieser Art verfallen leise im Wind der guten Absichten.

10. Das Schubladen-Geschenk

In jeder Wohnung gibt es sie – die Schublade der verlorenen Dinge. Taschenlampe, Schlüsselanhänger, Kühlschrankmagnet in Obstform. Wenn die Zeit drängt, wird sie zur Schatzkammer. Und siehe da: Ein Geschenk entsteht. Spontan, schräg und erstaunlich erfinderisch.

Manchmal sind die besten Geschenke Zufälle

Diese kuriosen Präsente beweisen: Nicht alles, was planlos ist, ist sinnlos. Ein Werbekugelschreiber kann Lächeln schenken, eine Socke kann Geschichte schreiben. Es ist der Gedanke, der zählt – selbst wenn er erst nachträglich gedacht wurde.

Also, bevor Sie das nächste Mal verzweifelt in den Läden stehen: Schauen Sie in Ihre Schublade, Ihren Rucksack oder Ihren Kühlschrank. Vielleicht wartet dort schon das nächste Geschenk – unfreiwillig, aber mit Herz.