Stricken oder Häkeln: Was eignet sich besser für Anfänger?

Stricken oder Häkeln: Was eignet sich besser für Anfänger?

Daria AparinaZusammengestellt von Daria Aparina

Beim Stricken arbeitest du mit zwei Nadeln und vielen offenen Maschen, beim Häkeln mit nur einer Nadel und einer Masche. Hier erfährst du, was leichter, schneller und gnädiger zum Einstieg ist.

Aus der Ferne sehen sie sich ähnlich – aber Stricken und Häkeln verlangen den Händen Unterschiedliches ab, brauchen unterschiedlich viel Geduld und liefern für Anfänger ganz verschiedene Ergebnisse. Das eine ist nachsichtiger. Das andere bringt dich schneller zu einem fertigen Projekt. Finde heraus, was zu dir passt, bevor du loslegst.

Der eigentliche Unterschied: eine Nadel gegen zwei

Stricken und Häkeln machen beide aus Garn einen Stoff, aber auf entgegengesetzte Weise. Beim Stricken arbeitest du mit zwei Nadeln und hältst eine ganze Reihe offener, unfertiger Maschen dazwischen im Gleichgewicht. Beim Häkeln brauchst du nur eine Nadel und arbeitest immer nur an einer einzigen offenen Masche, die du fertigstellst, bevor du zur nächsten gehst.

Dieser eine strukturelle Unterschied bestimmt fast alles, was einem Anfänger auffällt: wie sich die Werkzeuge anfühlen, wie leicht sich Fehler beheben lassen und wie schnell ein erstes Projekt Gestalt annimmt. Es ist auch die klarste Weggabelung, wenn du noch dabei bist, zu überlegen, welches erste Hobby wirklich zu deiner Arbeitsweise passt.

Was Stricken von dir verlangt

Beim Stricken musst du am Anfang nur zwei Maschen lernen: die rechte Masche und die linke Masche. Fast jede Anfängeranleitung baut auf diesen beiden auf, weshalb manche die Lernkurve als kurz und logisch empfinden, sobald die Hände sich eingespielt haben.

Der Haken ist, alles gleichzeitig im Griff zu behalten. Du hältst in jeder Hand eine Nadel und balancierst eine ganze Reihe offener Maschen, die abrutschen können, wenn du nicht aufpasst – und eine einzige fallengelassene Masche kann sich mehrere Reihen nach unten auflösen. Das zu reparieren bedeutet oft, die Schlaufe mit einer Häkelnadel wieder aufzunehmen, weshalb sich Anfängerfehler beim Stricken folgenschwerer anfühlen. Eine griffige Bambusnadel und ein glattes, helles Garn machen die ersten Reihen viel leichter beherrschbar, und ein einfaches Strickset für Anfänger braucht zum Loslegen kaum mehr als das.

Was Häkeln von dir verlangt

Beim Häkeln hast du nur eine Nadel und eine offene Masche, aber mehr Maschen zu lernen. Zum Grundrepertoire gehören die Luftmasche, feste Masche, halbe Stäbchen, ganze Stäbchen, Doppelstäbchen und Kettmasche – das Vokabular am Anfang ist also breiter als die zwei Maschen beim Stricken.

Dafür ist der Stoff deutlich stabiler. Jede Häkelmasche ist im Grunde ein fertiger Knoten, sodass sich nur die Schlaufe auflösen kann, die gerade auf deiner Nadel liegt. Und du kannst ein Projekt mitten in der Reihe ablegen, ohne dass es auseinanderfällt. Die kniffligere Anfängerfertigkeit ist, deine Maschen „lesen" zu lernen, damit du genau weißt, wo du die Nadel als Nächstes einstichst. Eine ergonomische Nadel und ein gut lesbares Garn erleichtern das, und ein Häkelset für Anfänger besteht wirklich nur aus einer Nadel, Garn und ein paar kleinen Werkzeugen.

Was ist gnädiger für Anfänger?

Häkeln ist die nachsichtigere Handarbeit für den Einstieg. Da nur die aktive Schlaufe offen ist, ist das Zurückribbeln einiger Maschen, um einen Fehler zu beheben – beim Häkeln „Fröschen" genannt – so einfach wie am Garn zu ziehen, und sonst löst sich nichts mit auf. Außerdem managst du nur ein Werkzeug und eine Masche, statt zwei Nadeln und eine ganze Reihe Schlaufen zu jonglieren – es verlangt also von Anfang an weniger Fingerfertigkeit und Multitasking.

Stricken verzeiht Anfängerpatzer weniger. Fallengelassene oder verdrehte Maschen können sich durch den ganzen Stoff nach unten ziehen, und sie zu reparieren erfordert eine Technik, die die meisten Anfänger noch nicht draufhaben. Jüngere Bastler und alle mit eingeschränkter Feinmotorik finden die Ein-Nadel-Bewegung beim Häkeln meist deutlich leichter zu handhaben.

Womit kommst du schneller zu einem fertigen Projekt?

Mit Häkeln hast du für Anfänger schneller ein fertiges Werk in der Hand. Die Maschen sind höher und dicker als Strickmaschen, sodass jede einzelne mehr Fläche abdeckt und der Stoff unter deiner Nadel schnell wächst. Ein Schal, ein Spültuch oder eine einfache Tasche ist spürbar schneller fertig als das gestrickte Pendant.

Häkeln hat außerdem die Abkürzung zu dreidimensionalen Werken für sich. Kuscheltiere, sogenannte Amigurumi, sind ein anfängerfreundliches Häkelprojekt, beim Stricken aber etwas für Fortgeschrittene. Wenn du also lieber ein fertiges Tierchen als ein flaches Rechteck möchtest, bringt dich Häkeln schneller ans Ziel. Der Haken: Garn. Häkeln verbraucht für dieselbe Größe rund 25 bis 30 Prozent mehr. Wenn du das gegen andere Optionen abwägst, schneidet es unter den praktischen Hobbys, die sich als Erwachsener lohnen anzufangen gut ab – gerade weil sich die Mühe so früh auszahlt.

So findest du deinen Einstiegspunkt

  • Willst du schnelle, sichtbare Ergebnisse? Fang mit Häkeln an; die höheren Maschen bauen den Stoff schnell auf, und du kannst ein kleines Projekt in ein, zwei Sitzungen fertigkriegen.
  • Lässt du dich von Fehlern leicht entmutigen? Häkeln ist nachsichtiger, weil du zurückribbeln und neu machen kannst, ohne dass sich das ganze Stück auflöst.
  • Magst du Struktur und Wiederholung? Die zwei Grundmaschen und ordentlichen Reihen beim Stricken können sich methodischer anfühlen, sobald sich deine Hände eingespielt haben.
  • Träumst du von Kuscheltieren? Wähl das Häkeln, wo Amigurumi ein Anfängerprojekt ist und keins für Fortgeschrittene.
  • Neugierig auf Faserhandarbeiten, aber mit weniger Risiko? Ein kleines Rahmenprojekt aus einem Stickset für Anfänger ist ein noch sanfterer Einstieg, der mit Faden statt Garn arbeitet.
  • Kauf zuerst leichtes, glattes Garn. Ein helles, fusselfreies Garn in mittlerer Stärke macht deine Maschen gut sichtbar und ist das Beste, was du für beide Handarbeiten tun kannst.

Was du brauchst, um beide auszuprobieren

Du kannst beide Handarbeiten für wenig Geld testen: eine Häkelnadel, ein Paar Stricknadeln, ein glattes, leichtes Garn und zwei kleine Werkzeuge zum Verarbeiten decken alles ab, was ein erstes Projekt braucht.

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Ein Häkelnadel-Set deckt alle Nadelgrößen ab, auf die Anfänger so stoßen, sodass du immer die passende Nadel zur Wolle hast, die ein Muster verlangt. Die weichen, geschwungenen Griffe schonen die Hände während der langen Übungseinheiten, die man braucht, um locker zu werden. Achte auf klar markierte Größen und eine Tasche, die alles schön ordentlich hält.

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Verschließbare Maschenmarkierer klemmst du an eine Masche, um deine Stelle zu markieren, Reihen zu zählen oder die letzte Schlaufe festzuhalten, damit sich ein Projekt nicht auflöst, wenn du es weglegst. Sie funktionieren beim Stricken wie beim Häkeln und lassen sich an- und abclipsen, ohne die Maschen durcheinanderzubringen. Ein größeres Päckchen bedeutet, dass du immer einen griffbereit hast.

Häufige Fragen zum Stricken und Häkeln

Was lernt man leichter zuerst – Stricken oder Häkeln?

Für die meisten Anfänger ist Häkeln der leichtere Einstieg. Du hantierst nur mit einer Nadel und einer offenen Masche statt mit zwei Nadeln und einer ganzen Reihe, Fehler lassen sich einfach wieder aufribbeln und neu machen, und das Gestrick ist stabil genug, dass du es mitten in der Reihe einfach weglegen kannst. Beim Stricken musst du dir zwar weniger Maschen merken, aber die Koordination und das Korrigieren von Fehlern sind am Anfang kniffliger.

Was geht schneller?

Häkeln geht für Anfänger schneller, weil die Maschen höher sind und pro Masche mehr Fläche abdecken – das Werk wächst also zügig. Der Haken dabei: Häkeln verbraucht etwa 25 bis 30 Prozent mehr Garn als Stricken bei einem Projekt gleicher Größe.

Kann ich für beides dasselbe Garn nehmen?

Ja. Stricken und Häkeln verwenden dieselben Garne, und ein glattes, helles Garn in mittlerer Stärke ist zum Lernen am einfachsten – egal für welche Technik –, weil die Maschen schön sichtbar bleiben. Beim Werkzeug gibt's Unterschiede: Stricken braucht zwei Nadeln, Häkeln nur eine Häkelnadel.

Was soll ich wählen, wenn ich Kuscheltiere machen will?

Nimm Häkeln. Kuscheltiere, die man Amigurumi nennt, entstehen durch enge, geformte Runden, die sich beim Häkeln leicht umsetzen lassen und sogar als Anfängerprojekt durchgehen. Dieselben Formen sind beim Stricken zwar auch möglich, verlangen aber fortgeschrittenere Techniken.

Ist Häkeln zum Einsteigen wirklich günstiger?

Meistens ein bisschen, zumindest am Anfang. Ein einzelnes Set Häkelnadeln ist in der Regel günstiger als die vielen Nadeln, die man beim Stricken irgendwann braucht, und eine Häkelnadel reicht für viele Projekte. Wenn du dein Werkzeug erstmal hast, ist das Garn bei beiden Hobbys der Hauptkostenpunkt, der laufend dazukommt.

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